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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Der Indikator stellt den jährlichen Stickstoffüberschuss für den Sektor Landwirtschaft, berechnet als Stickstoffzufuhr abzüglich Abfuhr von Stickstoff, in Kilogramm (kg) je Hektar (ha) und Jahr landwirtschaftlich genutzter Fläche dar.

Ziel und Intention
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Im Übermaß in die Umwelt eingetragener Stickstoff führt zur Belastung von Grund- und Oberflächenwasser, zur Überversorgung von Binnengewässern, Meeren und Landökosystemen mit Nährstoffen (Eutrophierung), zur Entstehung von Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen mit negativen Folgen für Klima, Artenvielfalt und Landschaftsqualität. Für den Zeitraum 2028 bis 2032 soll im Mittel eine Verringerung der Stickstoffüberschüsse der Gesamtbilanz für Deutschland auf 70 Kilogramm je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche pro Jahr erreicht werden.

Definition

Der Indikator stellt den jährlichen Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft je landwirtschaftlich genutzter Fläche (in Kilogramm pro Hektar) und Jahr dar. Der Stickstoffüberschuss berechnet sich aus der Differenz von Stickstoffzufuhr in und Stickstoffabfuhr aus dem gesamten Sektor Landwirtschaft.

Intention

Im Übermaß in die Umwelt eingetragener Stickstoff führt zur Belastung von Grund- und Oberflächenwasser, zur Überversorgung von Binnengewässern, Meeren und Landökosystemen mit Nährstoffen (Eutrophierung), zur Entstehung von Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen mit negativen Folgen für Klima, Artenvielfalt und Landschaftsqualität.

Ziel

Verringerung der Stickstoffüberschüsse der Gesamtbilanz für Deutschland auf 70 Kilogramm je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Jahresmittel 2026-2030

Art des Ziels

Ziel mit konkretem Zielwert

Umsetzung in der Wetter­symbol­berechnung

Der Stickstoffüberschuss soll im Jahresmittel 2026 bis 2030 auf höchstens 70 Kilogramm je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche gesenkt werden.

Ausgehend von der Zielformulierung würde bei Fortsetzung der Entwicklung der letzten sechs Jahre der politisch festgelegte Zielwert bereits deutlich früher (im Jahr 2024) unterschritten, sodass der Indikator 2.1.a für das Jahr 2022 mit “Sonne” bewertet wird.

Hinweis: Der Indikator wird als gleitender Fünfjahresdurchschnitt dargestellt, d. h. der für das Zieljahr 2030 relevante Wert wird aus den Einzelwerten der Jahre 2026 bis 2030 berechnet.

Bewertung

Wettersymbol Sonne

Datenstand

15.01.2025

Text aus dem Indikatorenbericht 2022 - Stand 31.10.2022

Bei der Berechnung des Indikators werden Stickstoffzufuhren durch Düngemittel, aus biologischer Stickstofffixierung, durch atmosphärische Einträge, durch Saat- und Pflanzgut sowie durch Futtermittel berücksichtigt. Die Stickstoffabfuhr erfolgt über pflanzliche und tierische Marktprodukte. Der überschüssige Stickstoff kann in gasförmiger Form in die Atmosphäre entweichen, sich im Boden anreichern oder in Richtung Grundwasser verlagern. Dadurch kann es letztendlich auch zu einem Stickstoffeintrag in Flüsse oder andere Ökosysteme kommen. Der Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft beeinflusst hierdurch direkt die Entwicklung der Indikatoren 6.1.b „Nitrat im Grundwasser“, 14.1.a „Stickstoffeintrag über die Zuflüsse in Nord- und Ostsee“ und 15.2 „Eutrophierung der Ökosysteme“. Bei dem Indikator 3.2.a „Emissionen von Luftschadstoffen“ hat der Eintrag von Stickstoff aus der Landwirtschaft in die Atmosphäre Auswirkungen auf die Entstehung von Stickstoffdioxiden und Ammoniak.

Der Indikator wird vom Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius Kühn-Instituts und vom Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen berechnet. Im Jahr 2020 waren Düngemittel mit 51,1 % (86 kg/ha) die wichtigste Komponente der Stickstoffzufuhr in der Gesamtbilanz. Daneben trugen Futtermittel mit 36,9 % (62 kg/ha), die biologische Stickstofffixierung mit 8,2 % (14 kg/ha) und die außerlandwirtschaftlichen Emissionen mit 1,9 % (3 kg/ha) substanziell zur Stickstoffzufuhr bei.

Die Berechnung des Indikators basiert auf dem gleitenden Fünfjahresdurchschnitt, bei dem der Mittelwert aus Werten von fünf Berichtsjahren gebildet wird. Der gleitende Fünfjahresdurchschnitt gibt jeweils den Wert für das mittlere der fünf Berichtsjahre an. Hierdurch werden witterungs- und marktabhängige jährliche Schwankungen geglättet, die nicht von den landwirtschaftlichen Betrieben beeinflusst werden können. Der Indikator trifft keine Aussage zur regionalen Verteilung der Stickstoffüberschüsse.

Der gleitende Fünfjahresdurchschnitt des Stickstoffsaldos sank im Zeitraum von 1992 bis 2018 um 25,4 % (von 116,6 auf 87,0 Kilogramm je Hektar und Jahr). Dabei sank der Stickstoffüberschuss zu Beginn der Zeitreihe bis zum Jahr 2010. Gründe hierfür waren vor allem der reduzierte Düngemitteleinsatz und abnehmende Tierbestände in den neuen Bundesländern.

Bis zum Jahr 2015 stagnierten die Stickstoffüberschüsse. In diesem Zeitraum waren ein leichter Rückgang beim Einsatz mineralischer Düngemittel und höhere Erntemengen aufgrund des technischen Fortschritts in der Pflanzenproduktion und ‑züchtung (effizientere Stickstoffdüngung, Sortenspektrum) zu verzeichnen. Gleichzeitig wurde der Anbauumfang ertragsstarker Kulturarten (Mais, Weizen) ausgeweitet sowie die Futterverwertung bei den Nutztieren verbessert.

Seit dem Jahr 2015 hat sich der Stickstoffüberschuss wieder nach unten bewegt und sank zuletzt deutlich um 4,9 % im Jahr 2018. Inwieweit dieser positive Trend neben den extremen agrarklimatischen Bedingungen (Dürre 2018 bis 2020) auch der novellierten Düngeverordnung 2017 zugerechnet werden kann, ist derzeit noch unklar. Nur wenn sich der aktuelle Trend weiter verfestigt, was sich in den nächsten Jahren zeigen wird, kann das Ziel einer Verringerung auf 70 kg/ha erreicht werden.