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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Die Indikatoren geben den gleitenden, abflussgewichteten Durchschnitt der letzten fünf Jahre der Stickstoffkonzentrationen in Milligramm (mg) Stickstoff pro Liter (l) Wasserabfluss von Flüssen in die Nord- und Ostsee an.1

1Für die Nordsee sind dies die Flüsse Eider, Elbe, Ems, Weser, Rhein, Treene, Aarlau, Bongsieler Kanal und Miele. Für die Ostsee sind dies die Peene, Trave, Warnow, Langballigau, Füsinger Au, Koseler Au, Schwentine, Kossau, Goddesdorfer Au, Oldenburger Graben, Aalbeck, Schwartau, Lippingau, Hagener Au, Barthe, Duvenbaek, Hellbach, Maurine, Recknitz, Ryck, Stepenitz, Uecker, Wallensteingraben und Zarow.

Ziel und Intention
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Hohe Konzentrationen von Stickstoff in den Meeren können zu Eutrophierungseffekten wie Sauerstoffmangel und dadurch zum Verlust an Biodiversität und zur Zerstörung von Fisch-Aufzugsgebieten führen. Daher soll der Eintrag von Stickstoff unter 2,8 mg Stickstoff pro Liter Abfluss für die in die Nordsee einmündenden Flüsse und unter 2,6 mg Stickstoff pro Liter für die in die Ostsee einmündenden Flüsse liegen. Dies entspricht den im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vereinbarten Bewirtschaftungszielen der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) sowie den Zielen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und des Ostseeaktionsplans.

Definition

Die Indikatoren stellen den gleitenden, abflussgewichteten Fünfjahresdurchschnitt der Stickstoffkonzentrationen in Milligramm (mg) Stickstoff pro Liter (l) Wasserabfluss von Flüssen in die Nordsee (14.1.ab) und Ostsee (14.1.aa) dar.1

1Für die Nordsee sind dies die Flüsse Eider, Elbe, Ems, Weser, Rhein, Treene, Aarlau, Bongsieler Kanal und Miele. Für die Ostsee sind dies die Peene, Trave, Warnow, Langballigau, Füsinger Au, Koseler Au, Schwentine, Kossau, Goddesdorfer Au, Oldenburger Graben, Aalbeck, Schwartau, Lippingau, Hagener Au, Barthe, Duvenbaek, Hellbach, Maurine, Recknitz, Ryck, Stepenitz, Uecker, Wallensteingraben und Zarow.

Intention

Hohe Konzentrationen von Stickstoff in den Meeren können zu Eutrophierungseffekten wie Sauerstoffmangel und dadurch zum Verlust an Biodiversität und zur Zerstörung von Fisch-Aufzugsgebieten führen. Für den Eintrag von Stickstoff über die Zuflüsse in die Ost- und Nordsee sollen die im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG) vereinbarten Bewirtschaftungsziele der Oberflächengewässerverordnung (OGewV 2016) sowie die Ziele der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) und des Ostseeaktionsplans gelten.

Ziel

14.1.aa: Einhaltung des guten Zustands nach Oberflächengewässerverordnung (Jahresmittelwerte für Gesamtstickstoff bei in die Ostsee einmündenden Flüssen sollen 2,6 Milligramm pro Liter nicht überschreiten)
14.1.ab: Einhaltung des guten Zustands nach Oberflächengewässerverordnung (Jahresmittelwerte für Gesamtstickstoff bei in die Nordsee einmündenden Flüssen sollen 2,8 Milligramm pro Liter nicht überschreiten)

Art des Ziels

14.1.aa: Gleichbleibende Zielvorgabe in jedem Jahr
14.1.ab: Gleichbleibende Zielvorgabe in jedem Jahr

Umsetzung in der Wetter­symbol­berechnung

Der Stickstoffeintrag über die Zuflüsse in die Ostsee (14.1.aa) soll im gleitenden, abflussgewichteten Fünfjahresdurchschnitt jedes Jahr höchstens 2,6 Milligramm pro Liter im Jahr und über die Zuflüsse in die Nordsee (14.1.ab) höchstens 2,8 Milligramm pro Liter im Jahr betragen.

Ausgehend von der Zielformulierung wird der Indikator 14.1.aa für das Jahr 2021 mit “Gewitter” bewertet, weil der jährlich zu haltende politisch festgelegte Schwellenwert in 2021 überschritten wurde und die durchschnittliche Entwicklung der letzten sechs Jahre nicht in die gewünschte Richtung weist.

Der Indikator 14.1.ab wird für das Jahr 2021 mit “Sonne” bewertet, weil der jährlich zu haltende politisch festgelegte Schwellenwert in 2021 eingehalten wurde und die durchschnittliche Entwicklung der letzten sechs Jahre in die gewünschte Richtung weist.

Bewertung

14.1.aa: Wettersymbol Blitz
14.1.ab: Wettersymbol Sonne

Datenstand

15.01.2025

Text aus dem Indikatorenbericht 2022 - Stand 31.10.2022

Eine Hauptursache für den Stickstoffeintrag über die Zuflüsse in Nord- und Ostsee ist der Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft, der in Indikator 2.1.a gemessen wird. Neben Stickstoff führt auch Phosphor zur Eutrophierung. Die Phosphorbelastung der Flüsse wird in Indikator 6.1.a separat betrachtet.

Berechnungsgrundlage für diesen Indikator bilden einerseits Messdaten zu Stickstoffkonzentrationen, andererseits Messdaten zum Wasserabfluss kleiner und großer Nord- und Ostseezuflüsse, die das Umweltbundesamt (UBA) nach Angaben der Bundesländer bzw. Flussgebietsgemeinschaften zusammenstellt. Dabei werden auch kleinere Flüsse berücksichtigt, die nicht direkt in die Nord- bzw. Ostsee, sondern in einen größeren Fluss münden. Hier sind die Messstellen so gewählt, dass jeweils die Daten der letzten Messstellen vor dem Zusammenfließen beider Flüsse berücksichtigt werden. Berücksichtigt wird darüber hinaus auch der Rhein, der nicht in Deutschland mündet. Hier werden die Werte an dem Punkt gemessen, wo der Rhein Deutschland verlässt (Messstelle bei Kleve, Ortsteil Bimmen).

Die Stickstoffkonzentrationen der einzelnen Flüsse werden abflussgewichtet gemittelt, sodass große Flüsse mit großen Wasserabflussmengen den Durchschnitt stärker beeinflussen als kleine Flüsse. Damit einzelne Extremereignisse wie Hochwasser oder Dürre, die punktuell zu sehr hohen oder sehr niedrigen Stickstoffeinträgen führen, die Darstellung der Entwicklung nicht verzerren, werden die Werte als gleitender Fünfjahresdurchschnitt betrachtet.

Die abflussgewichtete Stickstoffkonzentration über alle Nord- und Ostseezuflüsse zeigt seit Beginn der Zeitreihe einen abnehmenden Trend, wobei der Rückgang der Konzentrationen in der Nordsee ausgeprägter als in der Ostsee ist. Im Mittel 2016 bis 2020 wiesen die Nordseezuflüsse eine Konzentration von 2,8 mg/l auf und erreichten damit gemeinsam erstmals den Zielwert. Die Zuflüsse der Ostsee erreichten im gleichen Zeitraum eine Konzentration von 3,1 mg/l und lagen damit deutlich über der Obergrenze von 2,6 mg/l.

Im Unterschied zum aggregierten Indikator 14.1.a „Stickstoffeintrag über die Zuflüsse in Nord- und Ostsee“ ist es zum Erreichen eines guten Zustandes gemäß der OGewV jedoch erforderlich, dass jeder einzelne Fluss den Bewirtschaftungszielwert einhält. Dies wird derzeit weder für die Nord- noch für die Ostsee erreicht.

Von den großen Ostseezuflüssen Peene, Trave und Warnow erreichte nur die Warnow 2016 bis 2020 den Bewirtschaftungszielwert. Für Peene und Trave zeigte sich jedoch ein leichter Rückgang der Fünfjahresdurchschnitte der Konzentrationen von 0,1 mg/l. Bei den kleinen Ostseezuflüssen lagen die Stickstoffkonzentrationen im Fünfjahresdurchschnitt mit bis zu 5,9 mg/l teilweise noch um ein Vielfaches über dem Bewirtschaftungszielwert, der nur von einem Viertel der kleinen Flüsse erreicht wurde.

Bei den Nordseezuflüssen erreichte 2016 bis 2020 nur der Rhein den Bewirtschaftungszielwert und war daher hauptverantwortlich für das gemeinsame, abflussgewichtete Erreichen des Zielwerts. Mit Ausnahme der Elbe waren die Fünfjahresdurchschnitte der Konzentrationen für alle großen Nordseezuflüsse (Ems, Weser, Rhein und Eider) mit Abnahmen von 0,1 bis 0,2 mg/l rückläufig. Bei den kleinen Nordseezuflüssen lagen die Stickstoffkonzentrationen im Fünfjahresdurchschnitt im Zeitraum 2016 bis 2020 zwischen 2,6 bis 3,5 mg/l und wiesen auch hier einen leichten Rückgang auf.