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Datenquelle: Umweltbundesamt

Geographische Abdeckung: Deutschland

Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

15.2 Eutrophierung der Ökosysteme

Stickstoff, der in Form von Ammoniak oder Stickoxiden in die Atmosphäre gelangt, kann gasförmig, gelöst im Regen oder als Bestandteil von Feinstaub in Ökosysteme eingetragen werden. Ein übermäßiger Eintrag von Stickstoffverbindungen aus der Luft in terrestrische Ökosysteme kann zu Nährstoffungleichgewichten führen. Dies wirkt sich unter anderem auf die Artenzusammensetzung aus: Pflanzenarten, die stickstoffarme Standorte bevorzugen, werden von stickstoffliebenden Arten verdrängt. Zudem erhöht eine veränderte Nährstoffverfügbarkeit die Anfälligkeit vieler Pflanzen gegenüber Frost, Dürre oder Schädlingen. Die Folgen überhöhter Stickstoffeinträge zeigen sich häufig erst mit zeitlicher Verzögerung. Ebenso treten positive Effekte einer Reduktion der Einträge oftmals erst nach mehreren Jahren ein.

Die Emissionen von Ammoniak und Stickoxiden, die im Indikator 3.2.a Emissionen von Luftschadstoffen erfasst werden, wirken sich direkt auf die Eutrophierung der Ökosysteme aus. Zu den Ökosystemen, die in die Berechnung des Indikators einbezogen werden, zählen insbesondere Wälder, natürliches Grünland, Moore, Sümpfe und Heiden. Zur Bewertung der Stickstoffeinträge werden ökosystemspezifische Belastungsgrenzen herangezogen. Werden diese eingehalten, bleiben nach aktuellem Wissensstand die Struktur, Funktion und Artengemeinschaften eines Ökosystems erhalten. Insgesamt werden auf diese Weise rund elf Millionen Hektar erfasst – und damit nahezu ein Drittel der Fläche Deutschlands.

Im Jahr 2019 lagen in Deutschland auf 69 % der Fläche aller bewerteten empfindlichen Ökosysteme die Stickstoffeinträge oberhalb der jeweiligen Belastungsgrenzen. Besonders hohe Überschreitungen treten in Teilen Norddeutschlands auf, wo durch intensive Landwirtschaft große Mengen reaktiver Stickstoffverbindungen freigesetzt werden. Zwischen 2000 und 2015 konnte der Anteil der Flächen mit Überschreitungen um 15 Prozentpunkte gesenkt werden. Seither ist keine weitere Reduktion des Anteils der belasteten Flächen zu verzeichnen.

Die Berechnung des Indikators erfolgt durch das Umweltbundesamt (UBA) und stützt sich auf zwei Datensätze: Der erste ist der Critical-Load-Datensatz, den das UBA im Rahmen der internationalen Berichterstattung zur Genfer Luftreinhaltekonvention (CLRTAP) bereitstellt. Grundlage hierfür sind unter anderem die Bodenübersichtskarte Deutschlands, die Karte der mittleren jährlichen Sickerwasserrate, die Landnutzungsverteilung sowie Klimadaten. Der zweite Datensatz ist eine Zeitreihe der Stickstoffeinträge in Deutschland, die im Rahmen des Projekts PINETI IV (Pollutant INput and EcosysTem Impact) berechnet wurde.

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Grafik

Der Download zum "Indikator" hat den Datenstand Juli 2025. "Daten" und "Grafik" können aktueller verfügbar sein, da die Daten auf der Online-Plattform regelmäßig aktualisiert werden.