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Datenquelle: Statistisches Bundesamt

Geographische Abdeckung: Deutschland

Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Der Indikator zeigt den Anteil ausländischer Schulabsolvierender in Prozent aller ausländischen Schulabgehenden und Schulabsolvierenden eines Jahrgangs. Als Absolvierende gelten hierbei Personen, die die allgemeinbildenden Schulen mit mindestens einem Hauptschulabschluss verlassen, während Abgehende diejenigen Personen meint, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen.

Ziel und Intention
(Text aus dem Indikatoren­bericht 2022 - Stand 31.10.2022)

Die Integration der in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländer ist eine wichtige Voraussetzung für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Grundbedingung für eine erfolgreiche Integration ist eine ausreichende schulische Qualifizierung, die berufliche Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten eröffnet. Ziel der Bundesregierung ist es daher, bis zum Jahr 2030 den Anteil ausländischer Schulabsolvierender zu erhöhen und den Anteil an die Quote deutscher Schulabsolvierender anzugleichen.

Definition

Der Indikator stellt den Anteil ausländischer Schulabsolvierender an allen ausländischen Schulabsolvierenden und ‑abgehenden eines Jahrgangs (in Prozent) dar. Als Schulabsolvierende gelten Personen, die die allgemeinbildenden Schulen mit mindestens einem Hauptschulabschluss verlassen, während Schulabgehende diejenigen Personen meint, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen.

Intention

Die Integration der in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländer ist eine wichtige Voraussetzung für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Grundbedingung für eine erfolgreiche Integration ist eine ausreichende schulische Qualifizierung, die berufliche Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten eröffnet.

Ziel

Erhöhung des Anteils der ausländischen Schulabsolvierenden mit mindestens Hauptschulabschluss und Angleichung an die Quote deutscher Schulabsolvierender bis 2030

Art des Ziels

Kombination aus Zielrichtungsvorgabe und Ziel mit konkretem Zielwert

Umsetzung in der Wetter­symbol­berechnung

Indikator 10.1 weist zwei, zeitgleich zu erfüllende, Ziele auf: Der Anteil der ausländischen Schulabsolvierenden an allen ausländischen Schulabsolvierenden und -abgehenden soll steigen. Gleichzeitig soll die Differenz zu dem entsprechenden Anteil der deutschen Schulabsolvierenden bis 2030 auf höchstens 0 Prozentpunkte verringert werden.

Das erste Teilziel würde mit “leicht bewölkt” bewertet werden, da zwar die jüngste Entwicklung in 2023 in die gewünschte, aber die durchschnittliche Entwicklung der Jahre 2018 bis 2023 in die entgegengesetzte Richtung weist. Das zweite Teilziel würde mit einer “Wolke” bewertet werden, da die Entwicklung zwar in die gewünschte Richtung weist, aber die politisch festgelegte Zielgröße von 0 Prozentpunkten in 2030 bei einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklung deutlich verfehlen würde.

Bei Indikatoren mit mehreren zeitgleich zu erfüllenden Zielvorgaben ist vorgesehen, dass die jeweils schlechteste Bewertung der Teilziele für die Gesamtbewertung des Indikators verwendet wird. Entsprechend wird der Indikator 10.1 für das Jahr 2023 mit “Wolke” bewertet.

Bewertung

Wettersymbol Wolke

Datenstand

15.01.2025

Text aus dem Indikatorenbericht 2022 - Stand 31.10.2022

Datengrundlage des Indikators bilden die Schulstatistiken der einzelnen Bundesländer. Dabei handelt es sich in der Regel um Totalerhebungen mit Auskunftspflicht. Ihre Zusammenfassung zum Bundesergebnis erfolgt durch das Statistische Bundesamt auf Grundlage des von der Kultusministerkonferenz erstellten Definitionenkatalogs. Die Aggregation der Länderergebnisse zum Bundesergebnis wird beeinträchtigt durch die unterschiedliche Bildungspolitik der Länder, zum Beispiel bei Versetzungsregeln oder der Einrichtung von Bildungsgängen im Bereich der beruflichen Schulen. Dies kann auch durch formale Regelungen der jeweiligen Zuordnungen nur zum Teil kompensiert werden.

Absolvierende sind Schülerinnen und Schüler, die die jeweilige Schulart mit Abschluss verlassen haben. Eingeschlossen werden Schülerinnen und Schüler, die zu einer anderen allgemeinbildenden Schulart gewechselt sind, um einen zusätzlichen Abschluss zu erwerben. Zudem gelten als Ausländerin oder Ausländer alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikel 116 Absatz 1 Grundgesetz (GG) sind, das heißt die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besitzen. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Deutsche, die zugleich eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen nicht zur ausländischen Bevölkerung.

Im Jahr 2021 lag der Anteil der ausländischen Schulabsolvierenden, gemessen an allen ausländischen Schulabgehenden und Schulabsolvierenden, bei 84,3 %. Damit hat sich der Anteil gegenüber dem Vorjahreswert verschlechtert. Betrachtet man die geschlechtsspezifischen Anteile, so lag der Anteil der ausländischen Absolventinnen bei 87,4 %, während der Anteil der Absolventen mit 81,6 % geringer ausfiel. Der Anteil deutscher Schulabsolvierender lag zuletzt bei 94,9 % und ist somit annähernd stabil. Der Abstand zwischen dem Anteil ausländischer gegenüber dem deutscher Schulabsolvierender war in 2013 mit 6,1 Prozentpunkten auf dem bislang niedrigsten Stand, hat sich aber in Anschluss an die Flüchtlingskrise 2015/2016 wieder deutlich erhöht und ist sogar auf über den Wert von vor 20 Jahren angestiegen (11,9 Prozentpunkte in 1996 und 13,0 Prozentpunkte in 2017). Nachdem sich der Abstand in 2020 wieder verringert hat, lag er zuletzt bei 10,6 Prozentpunkten in 2021.

Das Ziel, den Anteil ausländischer Schulabsolvierender, die mindestens einen Hauptschulabschluss erreichen, zu erhöhen, wurde in 2021 also ebenso verfehlt wie das Ziel, den Anteil an die Quote deutscher Schulabsolvierender anzugleichen.

Betrachtet man neben den reinen Anteilen auch die Niveaus der erreichten Abschlüsse, so lässt sich feststellen, dass 30,7 % der ausländischen Schulabsolvierenden allgemeinbildender Schulen des Jahrgangs 2021 einen Hauptschulabschluss erwarben, 39,9 % beendeten die Schule mit einem mittleren Abschluss und 13,7 % erreichten die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife. Bei den deutschen Schulabsolvierenden erwarben 14,3 % einen Hauptschulabschluss, 43,9 % einen mittleren Abschluss und 36,7 % die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife. Insbesondere bei den höheren Bildungsabschlüssen sind demnach die ausländischen Jugendlichen im Vergleich zu den deutschen deutlich unterrepräsentiert.